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KYC im Autohaus – auf einen Blick

Drei Regeln reichen für 90 % der Praxis: Bargeld (10.000 €), Splitting, Firmenkunde (UBO). Der Quickcheck unten zeigt sofort, was im Deal zu tun ist. Details/Beispiele im KYC-Blog.

Regel 1

Bargeld ab 10.000 € → KYC vor Übergabe.

Regel 2

Splitting/Raten → Gesamtsumme zählt.

Regel 3

Firma/Vollmacht → Vertretung + UBO.

Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Quickcheck

Auswahl anklicken → relevante To-dos und Regeln werden automatisch angezeigt. Ohne Auswahl sehen Sie alles.

Ergebnis

Angezeigte Regeln: 5

Was ist zu tun

  • Wählen Sie oben die Situation. Ohne Auswahl werden alle Regeln angezeigt.

Hinweis: Verdacht ist betragsunabhängig. Bei auffälligen Umständen intern eskalieren und dokumentieren.

Regeln für den Verkaufsalltag

Kompakt formuliert. Für Hintergründe/Beispiele: KYC-Blog.

Mehr Details

Bargeld ≥ 10.000 €

Anforderung

Annahme oder Auszahlung von Bargeld insgesamt ab 10.000 € (auch in Raten).

Was ist zu tun

  • Vor Vertragsschluss/Übergabe identifizieren (Ausweis) und Deal-Akte anlegen.
  • Bargeldanteil + Datum + verantwortliche Person dokumentieren.
  • Bei Firmen zusätzlich: Register/Vertretung/UBO klären.

Typischer Fehler

Fehler: erst identifizieren, wenn die „letzte Rate“ kommt – KYC muss vorher starten.

Splitting / Teilzahlungen

Anforderung

Mehrere Bargeldzahlungen, mehrere Zahler oder zeitnahe Vorgänge mit erkennbarem Zusammenhang.

Was ist zu tun

  • Als verbundene Transaktion behandeln: Gesamtsumme zählt.
  • KYC sofort starten (bereits bei der ersten Rate, wenn Gesamtbarzahlung erkennbar ist).
  • Zusammenhang in der Akte kurz begründen (Warum addiert?).

Typischer Fehler

Fehler: „2× 9.000 €“ als zwei getrennte Vorgänge behandeln.

Firmenkunde / Bevollmächtigter

Anforderung

Käufer/Verkäufer ist ein Unternehmen oder eine Drittperson handelt/zahlt für den Vertragspartner.

Was ist zu tun

  • Unternehmen verifizieren (Registerdaten), Vertretung prüfen (GF/Prokura/Vollmacht).
  • Auftretende Person immer separat identifizieren (Ausweis).
  • Wirtschaftlich Berechtigten (UBO) feststellen und dokumentieren.

Typischer Fehler

Fehler: nur den Geschäftsführer kennen – ohne UBO-/Vertretungsprüfung.

Red Flags / Verdacht

Anforderung

Auffällige Umstände – unabhängig von Betrag und Zahlungsart.

Was ist zu tun

  • Intern eskalieren (definierter Ansprechpartner, dokumentierte Entscheidung).
  • Fakten festhalten: Indikator → Erklärung → Entscheidung → Ergebnis.
  • Kein Hinweis an Kunden auf interne Prüfung („Tipping-off“ vermeiden).

Typischer Fehler

Fehler: „komisches Gefühl“ ohne Dokumentation – oder Kommunikation gegenüber Kunden.

Ablage & Löschung

Anforderung

KYC-Unterlagen sind nicht gleich Rechnungs-/Steuerbelege.

Was ist zu tun

  • KYC-Unterlagen getrennt von steuerlichen Belegen verwalten (Trennungsprinzip).
  • Für KYC-Unterlagen ein eigenes Löschdatum setzen (typisch: 5 Jahre).
  • Rechnung/Vertrag bleiben steuerlich aufbewahrungspflichtig (typisch: länger).

Typischer Fehler

Fehler: alles in einem Ordner ohne Löschlogik → Compliance-Risiko.

Weiterführend

Wenn KYC sitzt, sind die nächsten typischen Prüfungshebel Dokumentation/Archivierung. Die wichtigsten Links:

FAQ

Ab wann muss im Autohaus KYC durchgeführt werden?

Wenn insgesamt Bargeld ab 10.000 € angenommen oder ausgezahlt wird – auch bei Teilzahlungen, wenn sie wirtschaftlich zusammenhängen.

Details: KYC-Blog

Was ist Splitting/Smurfing im Kfz-Handel?

Die Aufteilung einer wirtschaftlich einheitlichen Zahlung in mehrere Bargeldbeträge. Maßgeblich ist die Gesamtsumme, wenn ein Zusammenhang erkennbar ist.

Details: KYC-Blog

Was ist bei Firmenkunden zusätzlich zu prüfen?

Register/Vertretungsberechtigung sowie der wirtschaftlich Berechtigte (UBO). Die auftretende Person ist immer separat zu identifizieren.

Details: KYC-Blog

Wo stehen Details, Beispiele und Hintergründe?

Im ausführlichen KYC-Beitrag (Schwellenwerte, Splitting-Fälle, UBO-Logik, goAML, Aufbewahrung/Löschung).

Details: KYC-Blog